Charlotte Pfeffer

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Charlotte Pfeffer

Porträtfoto Chaarlotte Pfeffer

Quelle: Ida-Seele-Archiv, Manfred Berger

Wer war Charlotte Pfeffer?
Charlotte Anna Pfeffer wurde am 29. Oktober 1881 in Berlin geboren.
Als Jugendliche und junge Frau verbrachte sie ihr Leben so, wie es von ihr erwartet wurde. Sie erhielt Klavierunterricht, Unterricht in Gesang und Tanz und besuchte ein Mädchenpensionat. Das von ihr erwartete Leben machte sie jedoch unzufrieden und sie studierte gegen den Willen der Eltern Musik und Gesang an der "Königlichen Hochschule für Musik".
Dem Wunsch der Eltern folgend, legte sie noch zusätzlich ein Examen als Lehrerin ab. Durch einen ihrer Lehrer kam sie mit einer ungewöhnlichen und für die damalige Zeit revolutionären musikalischen Pädagogik in Berührung.

Ziel dieser Bewegung war es, ein naturverbundenes und einfaches Leben zu gestalten, in dem der moderne, sich selbst entfremdete Großstadtmensch einen neuen Sinn finden sollte.

Ein Zentrum dieser Idee war Dresden, wo in der Gartenstadt Hellerau Emilie Jaques Delacroze lebte und "Rhythmische Gymnastik" lehrte. Charlotte Pfeffer war eine der Frauen, die die "rhythmisch-musikalische Erziehung" weiterentwickelte. Ihr Beitrag war es, die "Bewegung (als) aller Erziehung Anfang" zu betrachten und zu lehren.

Sie wurde zunächst 1915 selbst Dozentin an der "Königlichen Hochschule für Musik", unterrichtete in Sankt Petersburg und Berlin.

Im September 1933 wurde sie unter dem Einfluss der Nationalsozialisten entlassen, ging in die Emigration nach Griechenland und später nach Neapel und Rom. Sie nannte als Begründung: "...weil ich zu anständig gegenüber meinen jüdischen Kollegen und Schülern war". Vermutlich wurde sie als SPD-nah zusammen mit allen anderen jüdischen Mitarbeitern entlassen.

In Italien arbeitete sie viele Jahre mit Kindern mit körperlicher und geistiger Behinderung. Sie gab ihrer Arbeit den Namen "heilpädagogische Erziehung".
In ihrer Arbeit machte sie immer wieder und zunächst mit großem Erstaunen die Entdeckung, wie sehr Musik und Rhythmik zu einer inneren Befreiung und einem neuen inneren Halt für die Kinder wurde. Sie prägte den Namen "Psychomotorische Erziehung", den Kiphard in seiner Arbeit verwendet und bekannt gemacht hat.

Was heute unter Pädagogen allgemein bekannt ist und von vielen angewendet wird, war damals "revolutionär": Die Erkenntnis des Zusammenspiels von psychischen Faktoren wie Emotionalität und Konzentration mit Koordination und Bewegung, aus der ein sogenanntes "ganzheitliches" pädagogisches Konzept wurde, das Wahrnehmung und Motorik gleichermaßen fördert.

Charlotte Pfeffer beschreibt ihre Sicht auf Pädagogik in vielen Aufsätzen, sie hält schon damals Zwang und Drill für schädlich und "Qual für die kleine Seele" und bedauert, dass ihre heilpädagogische Rhythmik nicht auch sogenannten normalen Kindern zur Verfügung stehen sollte.

Im Jahr 1943 musste Charlotte Pfeffer als Deutsche Italien verlassen und arbeitete in Wernigerode in einem Lazarett.
1946 kam sie wieder nach Berlin.
Nach ihrer Pensionierung 1952 zog sie nach Süddeutschland und Österreich und arbeitete bis zu ihrem Tod kostenlos, nur gegen Unterkunft und Verpflegung in einem Caritas Kinderdorf mit schwerstbehinderten Kindern, von denen sie "Tante Ima" genannt wurde.

Charlotte Anna Pfeffer starb am 24. August 1970 in Freiburg
(Quelle: Manfred Berger: Charlotte Pfeffer - Ihr Leben und Wirken, in: heilpädagogik.de 2003-04, S.11-14)  

Schülerinnen und Schüler unserer Schule haben sich mit dem Leben von Charlotte Pfeffer beschäftigt und eine Präsentation erarbeitet: hier geht es zur Seite mit der Schülerpräsentation.